Sonntag, 6. September 2015

(Gequatschtes) Kennzeichnungspflicht bei Rezensionsexemplaren

Heute gibt es nur einen kurzen Einschub, den ich aber als wichtig erachte, da wohl schon ein paar Anwälte auf lustige Abmahnideen kamen. Viele von uns rezensieren Bücher für Verlage und die meisten kennzeichnen diese dann auch als Rezensionsexemplar.

Allerdings ist mir in den letzten Tagen bei manchen Bloggern aufgefallen, dass zwar fast jeden Tag eine Rezi erscheint, aber nirgends ein Verweis dabei steht. Wenn das wirklich eure Bücher sind, dann ist alles okay. Wenn nicht, ihr müsst die kennzeichnen, das ist gesetzlich vorgeschrieben, da es sachlich betrachtet PR ist. Auch wenn ihr kein Geld dafür bekommt.
Die Verlage haben da absolut nichts dagegen (zumindest die großen Publikumsverlage, mit denen ich zu tun habe). Ihr müsst auch kein 1600x2000x Pixel großes Banner basteln. Aber es muss irgendwo auftauchen. Zum Beispiel unter den Daten wie Titel, Seitenzahl etc. Oder unten ein Danke an yxz am Ende.

Genauso wie die Impressumspflicht immer strikter wird. Auch wenn ihr keine Rezensionsexemplare vorstellt, müsst ihr als privater Blog ein Impressum anlegen. Vorlagen gibt es im Internet und es muss der vollständige Name, die Adresse und eine Emailadresse ersichtlich sein. Letztere könnt ihr zum Beispiel als Bild speichern, dann können keine SPAM-Roboter sie rausfiltern. Ein "Adresse wird auf Anfrage rausgegeben" ist leider nicht zulässig.
Nur private Blogs sind von der Impressumspflicht ausgeschlossen. Aber privat seid ihr nur, wenn ihr den Blog auf "privat" stellt. Dann kommt aber auch niemand mehr ohne direkten Link/Password drauf.

So, das war's auch schon mit dem Nerv-Thema für heute, aber es ist definitiv wichtig!

Kommentare:

  1. Hallo Sonja,

    danke für den Hinweis! Ich wusste gar nicht, dass es Pflicht ist, die Rezi-Exemplare zu kennzeichnen. Ich mache das sowieso, weil ich das schon gern transparent habe, allerdings habe ich lange über das Für und Wider nachgedacht und damit wird mir die Entscheidung erleichtert.

    Mach' dir einen schönen Sonntag!

    Liebe Grüße,
    Nicole

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    1. Also mir hat ein Bekannter erklärt, dass es rechtlich so ist, dass unterstützte Artikel gekennzeichnet werden müssen. Egal ob das Unternehmen dafür bezahlt oder nicht. Das Buch ist ja eine Gegenleistung.

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  2. Danke für den Hinweis, wusste ich noch gar nicht!

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    1. Gerne! Wie Perzi schreibt, ist das ein kompliziertes Thema wo Werbung anfängt und wo sie aufhört. Fakt ist halt, dass es ein unterstützter Artikel ist.

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  3. Hallöchen Sonja,

    habe ich mir bisher ehrlich gesagt noch keine Gedanken drum gemacht. Ich fand das immer nur so "Effekthascherei" nach dem Motto "guckt mal was ich alles bekomme" und deswegen habe ich für mich entschieden es wegzulassen.
    Wie schaut das denn als Buchhändler aus? Ich lese als Azubi jetzt natürlich viele Leseexemplare, die bekomme ich ja eigentlich nicht zur Rezension und muss es somit nicht kennzeichnen oder sehe ich das falsch? :D
    Wenn ich das jetzt auch noch einbabeln muss, muss ich wieder was am Layout ändern. xD Aber ich glaube als Buchhandelsazubi kann man mir da nicht wirklich was.

    Liebst, Lotta

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    1. Huhu Lotta,

      Ich glaube nicht, dass es Effekthascherei ist, wenn jemand es klein wo hinschreibt. Ich mache es halt echt, da ich keinen Ärger mit irgendwelchen Spinner-Anwälten haben möchte, die meinen ne Einnahmequelle entdeckt zu haben. Das Gesetz ist da ein bisschen grau und ich befürchte, die Kosten, um sich zu wehren sind dann doch nervig.

      Oh, ich glaube Leseexemplare musst du nicht kennzeichnen. Die hast du ja nie angefragt und durch die Arbeit zum Informieren bekommen. :)

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  4. Liebe Sonja,

    woher nimmst du denn diese Info? Ich habe in der Vergangenheit bei einem Blogger-Workshop bereits mit einem Fachanwalt für Medienrecht darüber gesprochen und eine Kennzeichnung dafür ist nur Pflicht, wenn du dafür bezahlt wirst. Ebenso wie Artikel gekennzeichnet werden müssen, für die man bezahlt wird. Die Überlassung eines kostenlosen Rezensionsexemplars reicht dafür nicht aus.

    Ein gutes Beispiel dafür ist auch der Artikel von Tilman, der es als Jurist sowieso wissen sollte: http://www.54books.de/schleichwerbung/

    Liebe Grüße,
    Petzi

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    1. Liebe Petzi,

      ich hatte mit einem Bekannten gesprochen, der Wirtschaftsanwalt ist. Er kam auf das Thema, da wir über meinen Blog sprachen. Prinzipiell gilt, dass unterstützte Beiträge als solche ersichtlich sein müssen und das wäre ein zur Verfügung gestelltes Buch ja. In wie weit es jetzt rechtlich durchsetzbar ist, um ein 20€-Buch zu streiten ist eine anderer Sache. Er erzählte mir halt auch, dass letztens einige Blogs (aber keine Bücherblogs) abgemahnt worden seien. Da ging es allerdings ich Elektronik. Prinzipiell ist es halt wurscht da beides Produkte sind. Wahrscheinlich muss jeder für sich abwägen, ob er es riskieren möchte, da die Rechtslage eben undurchsichtig ist bei kleinen Beträgen.

      Schwenke schreibt zum Beispiel: "Beispiel 3 – Blogartikel als Gegenleistung: In diesem Fall schließt der Blogger eine Vorabvereinbarung, in der er sich verpflichtet gegen Entgelt oder Produktzusendung einen Beitrag zu verfassen. Nach meiner Ansicht ist auch hier ein Hinweis „Anzeige„, „Werbung“ oder „Gesponserter Beitrag“ notwendig, da es sich nicht mehr um einen redaktionellen Beitrag (wie Beispiel 1), sondern einen Beitrag im Auftrag eines Unternehmens handelt (wie Beispiel 2)."
      http://rechtsanwalt-schwenke.de/blogger-relations-was-bei-produktzusendungen-an-blogger-rechtlich-zu-beachten-ist/

      Hier scheint es ja auch egal zu sein ob positiver oder negativer Artikel. Es geht ja ums Besprechen an sich.

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  5. Hey Sonja,

    ich glaube darüber kann man wieder ewig diskutieren, wenn die Rechtslage so schwammig ist. Ich finde deinen Hinweis gut und man kann immer noch selbst entscheiden, ob man den Hinweis nun in den Artikel aufnimmt oder eben auch nicht. Ich finde es schadet nicht, wenn man sagt, dass es sich um ein Rezensionsexemplar handelt. Was ist letztlich auch falsch daran? Solange das Bücherregal nicht gerade ausschließlich aus Rezensionsexemplaren besteht, ist alles in Ordnung - meiner Meinung nach :-)

    Liebste Grüße,
    Diana

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    1. Ich denke auch, better safe, than sorry. Und man erspart sich im Zweifelsfall das Gezanke mit dubiosen Anwälten.

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  6. Hi Sonja,

    Wieder was gelernt. Bei Rezensionsexemplaren setze ich bisher immer einen Link auf die entsprechende Verlagsseite. Das mache ich bei meinen gekauften Büchern nicht. Wird dann aber sicherlich nicht genügen...

    LG, Christian

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    1. Hey Christian.
      die Rechtslage ist sehr schwammig. Ich denke, es tut nicht weh, irgendwo nen Miniverweis hinzuschreiben. Hauptsache es steht da. Dann kann dir auch keiner was.

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