Mittwoch, 23. Oktober 2013

(Buchvorstellung) Boy 7 von Mirjam Mous

Auf der Buchmesse hatte mich der Stand des Arena Verlages magisch angezogen. Vielleicht lag es daran, dass "Chroniken der Unterwelt" mir direkt entgegenlächelte. Aber ich war ja nach neuen Schätzen aus, die ich noch nicht kannte. Vor allem Bücher um die es noch keinen Hype gibt. "Boy 7" ist eins dieser Schätze. Ich selbst hatte noch nichts davon gehört aber der Klappentext hatte den richtigen Nerv bei mir getroffen. Der arme Junge weiß nicht mehr wie er sich den Knöchel verstaucht hat, er weiß nicht mehr wie er auf diese Wiese gekommen ist und vor allem weiß er nicht mehr wer er ist! Doch eins weiß er, egal was er tut, er darf nicht zur Polizei! Klingt als würde er Hilfe gebrauchen ne? Na hübschen Jungs helf ich doch immer gerne!
An dieser Stelle noch einmal vielen Dank an den Arena Verlag, der so lieb war mir ein Rezensionsexemplar zu schicken.


Zum Inhalt möchte ich nur wenig preisgeben, denn das würde das ganze Buch spoilern. Mal dir einmal folgendes Szenario aus: Du wacht auf einer Wiese auf, mit nichts als deinen Klamotten am Leib und einem Rucksack. In diesem Rucksack befindet sich etwas Geld, ein Foto eines großen Gebäudes. ein paar Schlafsachen und ein Handy. Du bist alleine. Aber das schlimmste ist, du hast keine Ahnung wo und vor allem wer du bist. Du weißt nicht einmal wie du heißt! Doch du hast einen Anruf auf der Mailbox der dir sagt, dass du nicht zur Polizei gehen darfst, egal was passiert! Warst du auf einem Ausflug und hattest einen Unfall? Bist du entführt worden oder gar ein Verbrecher? Zu Glück nimmt dich jemand mit bis zur nächsten Herberge. Dort hast du erst einmal die Gelegenheit dich umzuziehen und zu duschen. Komisch, in all deinen Klamotten ist Boy 7 eingenäht. Kommst du vielleicht aus einem Heim oder einer Anstalt und bist abgehauen?

Mein Fazit:

Erst einmal das Cover. Das war das Erste worauf mein Blick fiel. Wie könnte es auch anders sein, denn es schaut einen geradezu intensiv an. Die rote, etwas verwischte Schrift schrie auch direkt: "Hier ich bin ein Krimi oder Thriller!" Also auch mein Beuteschema. Und wie schon oben angemerkt hat der Klappentext mich dann endgültig überzeugt! Der Schreibstil ist in der Ich-Perspektive, was das Erlebte sehr persönlich macht. Man erlebt mit wie der Junge zu sich kommt und um seine Identität ringt. Wie er am Anfang blind auf die Menschen zugeht und ihnen vertraut, bis er Schritt für Schritt wieder einen gesunden Instinkt entwickelt. Ich fand das Tempo der Geschichte super. Man wird genau wie der Protagonist in diese Story hineingeworfen und erfährt langsam worum es geht. Auch die Stilmittel, wie zum Beispiel das Notebook waren klasse gewählt. Ich muss gestehen, ich fand das Ganze auch sehr menschlich. Kann man das so sagen? Ich denke schon. Der Protagonist rennt nicht mit einem riesigen Ego durch die Gegend und rettet die Welt. Im Gegenteil, der hat Angst, was jeder in seiner Situation hätte und dementsprechend ist auch das Ende zwar nicht sehr spektakulär aber dafür realistisch. Das war ein großer Pluspunkt in diesem Buch! Ich bin kein Fan von Helden die durch den Kugelhagel rennen, unbeschadet herauskommen und dann später völlig unrealistisch von einem Schuss getroffen werden nur um dann doch noch 5 Stunden auf den Beinen zu bleiben. So ist der Held dieser Geschichte auch nicht. Gott sein Dank! Es war manchmal etwas vorhersehbar, sobald man ein paar Fakten hatte, aber dann hat der Protagonist es auch gesehen und dementsprechend gehandelt. Ganz und gar nicht vorhersehbar war jedoch die ganze Geschichte um die "Wie bin ich auf die Wiese gelangt"-Situation. Hier hat die Autorin sich ein wunderbares Szenario einfallen lassen und auch sehr viel Recherche betrieben. Inwiefern Recherche? Ohh das müsst ihr selbst herausfinden, wo bleibt denn sonst der Spaß? Nein im Ernst, das würde zu viel von der Geschichte vorwegnehmen.
Zum Abschluss muss ich sagen, dass ich immer noch nicht weiß, ob es eventuell eine Fortsetzung geben wird. Zwar ist der Band in sich abgeschlossen aber der Epilog zeigt, dass die Machenschaften im Hintergrund trotzdem weitergehen. Ob dies zum generellen Stil der Autorin gehört, alles realitätsnah zu halten, oder ob sie sich die Option einfach offen gehalten hat weiß ich nicht.

Ganz klare Leseempfehlung!


Kommentare:

  1. Dieses Buch liegt auch noch auf meinem SuB und ist nach Deiner Rezension gleich mal nach weiter oben gerutscht ;-)

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    1. Na dann zack zack lesen, ich finds klasse :)
      Die knapp 260 Seiten waren viel zu schnell rum.

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