Montag, 8. Juli 2013

(News) Zweites eigenes Blog-Interview dieses Mal mit Elizabeth Richards

Viele von euch wissen ja mittlerweile, dass ich ein totaler "Black City" Fan bin. Ich liebe die Bücher und vor allem den Weltenaufbau, der mich sehr an die deutsche Geschichte erinnert aber vor allem die Charaktere und Elizabeths Schreibstil. Nach dem Lesen musste ich mich unweigerlich fragen wer der Mensch hinter dieser wunderbaren Geschichte ist also war der Entschluss schnell gefasst sie um ein Interview zu bitten. Es hat auch keine fünf Stunden gedauert und ich hatte eine Antwort in meinem Postfach, die mir aber leider nur sagte, dass sie im Moment viel zu tun hat da der zweite Band, "Phoenix", gerade erst erschienen ist. Sie würde sich aber umgehend melden da sie meine Fragen auf jeden Fall beantworten wollte. Gut, es waren vier Wochen vergangen und ich hatte ehrlich gesagt nicht mehr mit einer Antwort gerechnet, aber sie hat mich positiv überrascht denn Freitag hatte ich Post von ihr und ein sehr ausführliches Interview welches ich euch nicht vorenthalten möchte also habe ich es gleich auf Deutsch übersetzt!


Sunshine:
Als Ash uns seine Welt erklärt (den Krieg und die Mauer), da musste ich an den zweiten Weltkrieg und Deutschland denken. Denn wir hatten ja leider auch eine Mauer in Berlin damals. Hat dich das inspiriert?
Elizabeth:
Sehr sogar! Ich habe 2009 angefangen "Black City" zu schreiben und zu der Zeit war Deutschland bei uns in den Nachrichten denn es war der 20. Jahrestag des Berliner Mauerfalls. Ich habe mich gefragt wie es wohl ist von seiner Familie durch eine gigantische Mauer getrennt zu sein die die Stadt entzweit. Dann überlegte ich mir ob es nicht noch schlimmer wäre auf der falschen Seite gefangen zu sein, mit eben jenen Personen die mich eigentlich tot sehen wollen? So entstand die Idee mit dem Grenzwall und Ash, der auf der Regierungsseite, mit den Menschen verweilen muss.
Sunshine:
Alle vier Charaktere: Ash, Natalie, Day und Beetle sind tolle Persönlichkeiten, Hast du an einige deiner Freunde oder Familienmitglieder gedacht als du sie erschaffen hast?
Elizabeth:
Klar! Ich lasse mich von meiner Familie und Freunden inspirieren wenn ich meine Charaktere entstehen lasse. Zum Beispiel Natalie, sie wurde nach einer meiner engsten Freundinnen benannt. Und sie haben einige Gemeinsamkeiten, sie sind beide temperamentvoll, tapfer und unabhängig. Und Day ist eine Kombination von mir und meiner Zwillingsschwester (meine Schwester ist gebildet und stur währenddessen ich ein Bücherwurm bin) Einige der Charaktere in "Black City" sind nach Freunden benannt, als kleine Anerkennung.
Sunshine:
Ash verbietet Beetle ständig sich mit der Regierung anzulegen. Warum? Hat er wirklich die Hoffnung aufgegeben oder ist er einfach nur besorgt um seinen besten Freund?
Elizabeth:
Ich denke, es ist ein bisschen was von beidem. Ash will nicht, dass Beetle in Schwierigkeiten gerät, vor allem nicht wegen einem schon längst verlorenen Kampf.
Ash wurde sein ganzes Leben von der Regierung verfolgt und glaubt nicht daran, dass sich die Dinge verbessern werden. Deshalb hält er lieber den Kopf gesenkt um Ärger zu vermeiden. Als er Natalie trifft ändert sich dies natürlich...
Sunshine:
Es gibt viele plötzliche Wendungen in dem Buch. War es leicht für dich diese zu schreiben?
Elizabeth:
Ja, das war sehr leicht, denn diese sind beim Schreiben automatisch passiert. Ich habe keinen detailbezogenen Leitfaden für meine Bücher da ich es mag überrascht zu werden. Denn wenn ich es nicht vorhersehen kann, dann kann es der Leser auch nicht.
Wenn ich das Buch überarbeite, dann schaue ich oft auf eine Szene und denke mir: "Mhhh, was kann ich tun um die Situation noch etwas anzustacheln?" Also werfe ich noch eine Wendung rein. Ich mag es die Leute permanent am rätseln zu halten!
Sunshine:
Viele Jugendbuchautoren vermeiden es in ihren Büchern über Sex und Drogen zu schreiben. Du nicht, warum?
Elizabeth:
Größtenteils, weil es mich als Teenager immer gestört hat wenn Autoren so getan haben als würden Jugendliche keinen Sex haben, keinen Alkohol trinken und niemands Drogen nehmen. Das ist unrealistisch.
Teenager tun diese Dinge im wirklichen Leben also warum sollen sie nicht davon lesen? Solange wie es relevant in Bezug auf die Geschichte ist, ist es auch ok darüber zu schreiben finde ich.
Sunshine:
Ist es dir schwergefallen das Ende zu schreiben? Denn ich war kurz vorm Heulen. Ich wusste, dass du ihn nicht sterben lassen würdest (zumindest hoffte ich es) aber trotzdem...
Elizabeth:
Das Ende zu schreiben war SO schwierig! Ich hab die ganze Zeit durchgeheult. Meine Mutter hat mich, nachdem sie die Szene gelesen hatte, sofort in Tränen aufgelöst angerufen. Sie war wirklich sauer auf mich: "Wie kannst du Ash das antun?! Ich hab mir solche Sorgen gemacht!" Hahaha.
Sunshine:
Sind die Darklinge in irgendeiner Weise mit den Menschen verwand?
Elizabeth:
Nein, die sind eine eigene Spezies. Dennoch sind ihrer Gene unseren sehr ähnlich sodass sie sich fortpflanzen können um Mischlinge zu erzeugen, wie Ash.
Sunshine:
Wie lange hast du gebraucht um "Black City" zu schreiben?
Elizabeth:
Ich habe 2009 angefangen, "Black City" zu schreiben und im November 2012 wurde er veröffentlicht. Also ungefähr drei Jahre! Das erste Skript hat ungefähr 5 Monate gebraucht bis es fertig geschrieben war. Heute brauche ich ungefähr drei Monate, da ich mich an das Prozedere gewöhnt habe.
Sunshine:
Weißt du ob und wann das Buch in Deutschland verlegt wird?
Elizabeth:
Noch habe ich kein deutsches Erscheinungsdatum aber drücken wir mal die Daumen, dass es bald passiert. Ich würde mich freuen meine Bücher in deutschen Geschäften zu sehen. Und es wäre eine schöne Ausrede Deutschland mal wieder zu besuchen.
Sunshine:
Ich habe Gerüchte über einen Film gehört, stimmt das? Wann wird der Film in die Kinos kommen?
Elizabeth:
Die Filmrechte wurden letztes Jahr an "Screen Gems" verkauft, das war so aufregend! ("Screen Gems" haben den jetzt kommenden "Chroniken der Unterwelt - City of Bones" Film produziert). Wir suchen gerade nach einem Drehbuchautor um das Buch anzupassen.
Sunshine:
Zu guter Letzt, wenn jemand ein Buch schreiben möchte, was würdest du demjenigen empfehlen?
Elizabeth:
Schreibe das was du gerne liest. Schreibe nicht einfach irgendetwas nur weil es gerade "In" ist wenn es nicht die Art Bücher ist, die du sonst auch liest. Natürlich ist es wichtig ein Verständnis für den Markt zu haben, jedoch wird sich deine "Stimme" immer gezwungen anhören wenn du nur schreibst um es verlegt zu bekommen. Das wird bei Agenten und Lektoren gnadenlos durchfallen!


Thank you Elizabeth!

Kommentare:

  1. Tolles Video! War sehr interessant zu lesen :)

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    1. Ja, Interview natürlich :D Ich bin noch viel zu müde;)

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    2. Hahhaha, ich hab mich schon gewundert :)

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  2. Mir gefällt das Interview auch sehr, auch wenn ich es jetzt erst entdeckt habe. :-)
    Sympathische Autorin und tolle Frage und Antworten, echt klasse!

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    1. Danke dir :) das war eins meiern ersten Interviews!

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